Frage: Wir feiern bald das 85. Firmenjubiläum der Firma Koch. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch in der Werkstatt?

Karlheinz Koch: Als ich das erste Mal als Junior in die Werkstatt gelaufen bin, war ich ca. drei Jahre alt. Mein Großvater hat damals Laubsägearbeiten mit mir gemacht. Das war sehr spannend. Es hat mich von Anfang an interessiert, mit Holz zu arbeiten und ich habe mich sofort wohlgefühlt.

Frage: Seit dieser Woche bieten Sie den Klapptstuhl, einen hochwertigen Klappstuhl, über Ihren Webshop an. Was macht diesen Stuhl so besonders?

Karlheinz Koch: Der Klapptstuhl ist überall einsetzbar, Indoor und Outdoor. Er passt sowohl in moderne als auch in klassische Umgebungen, ist schnell aufgestellt und auch wieder abgebaut. Auch der Klappmechanismus macht diesen Stuhl besonders: zusammengeklappt ist er nur 37 mm stark.

Frage: Ist das für Sie auch ein Stück weit eine Rückkehr zu den Wurzeln des Unternehmens, also der Schreinerwerkstatt, die auch Möbel herstellt?

Karlheinz Koch: Ja, auf jeden Fall. In der Schreinerei wurden zu Großvaters Zeiten Wohnzimmer hergestellt. Als mein Vater die Firma übernommen hat, richtete er Arztpraxen ein. Zudem hat er auch ganz klassische Schreinerarbeiten wie Holzdecken, Fußböden und Türen gemacht. Als ich dann den Betrieb mit 22 Jahren übernahm, habe ich zunächst mit den Arztpraxen weitergemacht, bin aber relativ schnell zum kompletten Innenausbau übergegangen. Also von der Haustüre bis zum Schlafzimmer, das komplette Schreinerprogramm.

Frage: Was erwartet denn die Besucher in Ihrer neuen Küchenausstellung in Bösingen?

Karlheinz Koch: In Bösingen haben wir zwei moderne Küchen ausgestellt. Wir möchten nicht großflächig ausstellen, sondern konzentriert. Mit diesen zwei Küchen können wir die komplette Bandbreite zeigen. Alles andere decken wir mit Mustern ab und die Sonderfertigungen stellen wir dann in der Schreinerei her

Frage: Was bedeutet Qualität für Sie?

Karlheinz Koch: Qualität ist für mich das A und O. Das vermittle ich auch meinen Mitarbeitern. Wenn in der Schreinerei irgendetwas schief läuft oder eine Fertigung nicht in Ordnung ist, muss sie sofort neu hergestellt bzw. geändert werden. Es darf nur raus, was zu 100 % gut ist. Der Kunde muss zufrieden sein und für sein Geld etwas bekommen. Das ist mir sehr wichtig. Das ist mein Credo.

Frage: Sie stehen täglich vor vielfältigen fachlichen Herausforderungen. Erinnern Sie sich an etwas, das besonders schwierig war?

Karlheinz Koch: Besonders schwierig waren die Lamellentüren, die wir für einen Kunden auf Mallorca hergestellt haben. Die Lamellentüren waren 300 mm tief, 10 mm stark und mussten auch zu öffnen sein. Die gesamte Anlage war etwa drei Meter breit und zweieinhalb Meter hoch. Das war eine große Herausforderung, die wir aber gemeistert haben.

Frage: Beeinflusst denn der Trend zum Smarthome Ihre Arbeit?

Karlheinz Koch: Ja natürlich, sehr. Schubladen gehen elektrisch auf und zu, Rollläden elektrisch hoch und runter, auch die komplette Lichtsteuerung lässt sich über das Smartphone regeln. In diesem Bereich sind wir sehr aktiv und lassen uns auch regelmäßig schulen, damit wir auf dem neuesten Stand sind. Dabei ist es für uns ideal, dass die Firma Häfele nur 10 km von uns entfernt ist und wir immer wieder deren Showroom nutzen dürfen. Wir stehen in Kontakt mit den Mitarbeitern und lassen uns die neuesten Entwicklungen zukommen.

Frage: Bei Ihrem Firmenjubiläum im April erlauben Sie ja auch den Blick hinter die Kulissen und öffnen die Lebende Werkstatt für Besucher. Welche Handwerkstechniken können die Besucher denn dort bestaunen?

Karlheinz Koch: Wir zeigen was an Fräsarbeiten an der CNC-Maschine möglich ist, das Drechselband wird in Betrieb stehen. Zudem werden unsere Auszubildenden Ausstellungsstücke zeigen, die sie gefertigt haben, beispielsweise klassische Schwalbenschwanzbindungen oder Zapfenverbindungen. So sehen die Besucher was im Handwerk alles möglich ist.

Frage: Interessieren sich Jugendliche heute denn wieder mehr dafür, das Schreiner- bzw. Tischlerhandwerk zu erlernen?

Karlheinz Koch: Das ist ein ganz großes Problem bei uns in Deutschland. Das Schreinerhandwerk sollte meiner Meinung nach viel mehr gefördert werden. Es sollte auf einen anderen Sockel gestellt werden. Wenn ich sehe, was z.B. in der Schweiz alles für die Schreinerlehrlinge geboten wird, von Wettbewerben über Förderungen, da krankt es in Deutschland ganz gewaltig.

Frage: Sie treten ja dieses Jahr mit Ihrem Münchner Küchenstudio viva disegno auch auf der Designermesse „Blickfang“ auf. Was sind für Sie denn die aktuellsten Trends im Interior Design.

Karlheinz Koch: Die aktuellsten Trends im Augenblick sind Metall- und Hochglanzoberflächen. Und – was wir vorhin schon angesprochen hatten – die Technik, das elektrische Öffnen von Türen, die elektrische Öffnung von Schubladen, die LED-Beleuchtung. Was auch gerade Einzug hält, sind die neuen Mischbatterien mit einer Filteranlage, also Trinkwasser direkt aus der Mischbatterie.

Frage: Beim Firmenjubiläum treten Besucher zum Carrera-Bahn-Rennen an. Sind Sie selbst ein geübter Carrera-Bahn-Fahrer?

Karlheinz Koch: Ja, ich bin selber auch ein Carrera-Bahn-Fahrer. In meiner wenigen Freizeit gehe ich immer mal wieder mit Freunden nach oben und mache mir einen gemütlichen Nachmittag oder Abend beim Carrera-Bahn-Fahren. Dabei kann ich gut entspannen.

Frage: Mit dem Rennen unterstützen Sie die Stiftung Eigensinn, die sich um Kinder in schwierigen Lebenslagen kümmert. Ist das für Sie eine Herzensangelegenheit?

Karlheinz Koch: Das ist für mich eine ganz wichtige Sache, dass Mädchen und Jungen Unterstützung erfahren, die es im Leben schon schwer genug haben. Ich bin der Meinung, wenn man hierzu einen Beitrag leisten kann, dann sollte man das auch tun.